Besseres Geld für die Welt

Das Nachdenken über ein Leben ohne den Euro hat begonnen

Ludwig von Mises Institut Deutschland | Konferenz 2016

12.12.2016 – DER HAUPTSTADTBRIEF 139

Das Ludwig von Mises Institut Deutschland hat sich nicht nur der Erinnerung an das wirtschaftswissenschaftliche Werk seines Namensgebers Ludwig von Mises verschrieben, der als der Begründer der österreichischen Schule der Nationalökonomie gilt. Das Fruchtbarmachen seiner Überlegungen für den wirtschaftspolitischen Diskurs der Gegenwart ist ein zweites Anliegen, dem das deutsche Mises Institut mit jährlichen Konferenzen Nachdruck verleiht. Die nunmehr 4. Jahreskonferenz im Oktober 2016 in München stellte sich die Aufgabe, „Besseres Geld für die Welt” gedanklich vorwegzunehmen und zeigte damit: Das Nachdenken über ein Leben ohne den Euro hat begonnen.

Am Ende der Mises-Konferenz stellen sich die Vortragsredner den Fragen ihrer Zuhörer. Von links nach rechts: Joseph Huber, Philipp Bagus, Aaron Koenig, Jörg Guido Hülsmann, Thorsten Polleit. Alle Vorträge online unter: www.misesde.org

Die Konferenzdidaktik sah vor, zunächst die „österreichische“ Kritik des staatlichen Papiergeldsystems in Erinnerung zu rufen (Vortrag Prof. Jörg Guido Hülsmann), dann einen anderen, nicht auf Ludwig von Mises zurückgehenden Ansatz der Geldkritik vorzustellen (den von Prof. Joseph Huber, Martin-Luther-Universität Halle, der sein Konzept des Vollgelds erläuterte) und schließlich Einwände gegen diesen und andere nicht-„österreichische“ Ansätze der Geldkritik vorzutragen (Replik von Prof. Philipp Bagus). Hier hätte ich mir mehr Suche nach punktueller Übereinstimmung gewünscht und weniger Auffinden prinzipieller Unvereinbarkeit; denn wer gegen die Hegemonie der mächtigen Kollektive der Staatsgeldbefürworter nicht wenigstens einen mehrstimmigen Chor der Einzelkämpfer zusammenkriegt, wird als Marktgeldverfechter nur schwer Gehör finden.

Ein Beispiel für die Möglichkeit von konzeptunabhängigem Konsens gab Aaron Koenig in seinem Vortrag über das digitale Geld Bitcoin. Hier macht ein vom Staat nicht manipulierbares Geld seine ersten Gehversuche. Ermutigend zum Schluss die Geldreform-Vorschläge der „Austrians“ (Vortrag Prof. Thorsten Polleit): Ein Leben ohne den Euro ist machbar und keine Katastrophe.

– RB

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