Herausragende Lebensleistung

DER HAUPTSTADTBRIEF ehrt den Journalisten Stefan Aust

Ernst-Dieter-Lueg-Preis 2016

12.12.2016 – DER HAUPTSTADTBRIEF 139

Die freie Rede und das freie Wort schaffen die Öffentlichkeit, aus der die parlamentarische Demokratie ihre Kraft schöpft. Da fügte es sich gut, dass in Sichtweite des Reichstagsgebäudes, dem Sitz des Parlaments, ein Journalist geehrt wurde, der seit 50 Berufsjahren nie ein Blatt vor den Mund nimmt: Im Gebäude der Parlamentarischen Gesellschaft in der Dorotheenstraße 100 erhielt Stefan Aust am 30. November 2016 den Ernst-Dieter-Lueg-Preis 2016 „für seine herausragende journalistische und publizistische Lebensleistung“.

Im Festsaal der Parlamentarischen Gesellschaft hielt Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die Laudatio auf den früheren Spiegel-Chefredakteur und heutigen WeltN24-Herausgeber Stefan Aust. Das Verhältnis von Politik und Medien ist eines voller Spannungen und Zweifel, solange aber der Respekt, den die so gegensätzlichen Akteure voreinander an den Tag legen, hält, so lange sind Kritik und selbst massiver Widerspruch nicht zum Schaden der repräsentativen Demokratie, sondern mehren ihren Nutzen. Der Bundesaußenminister stellte dies mit klaren und deutlichen Worten heraus, war er selbst doch schon Adressat Aust’scher Widerworte.

Im Kreis der anwesenden Gäste, Politiker unterschiedlicher Parteien und Journalisten verschiedener Medien, dazu Unternehmer und Verantwortliche bedeutender Institutionen, fand diese nachdenkliche und dabei unerwartet humorvolle Würdigung viel Beifall, kennen doch alle den schmalen Grad, der Hofberichterstattung von Zustimmung, Schmährede von Einwand und selbst harscher Kritik trennt.

Auf den folgenden Seiten dokumentiert DER HAUPTSTADTBRIEF, der den Ernst-Dieter-Lueg-Preis seit 2014 vergibt, die Laudatio auf Stefan Aust von Frank-Walter Steinmeier und die anschließende Dankesrede von Stefan Aust.

Der Ernst-Dieter-Lueg-Preis ist ein Ehrenpreis, der die Lebensleistung des Journalisten Ernst Dieter Lueg würdigen möchte. Der Namensgeber war bis 1995 verantwortlich für den Bericht aus Bonn, ein wöchentliches Fernsehmagazin des Ersten Deutschen Fernsehens zum aktuellen politischen Geschehen. Er moderierte die Bonner Runde und lieferte täglich Beiträge für die Tagesschau. Seine politische Detailkenntnis und sein unverwechselbarer Stil standen von den 1960er-Jahren an einem Millionenpublikum für journalistische Glaubwürdigkeit.

Zu seinem Gedenken vergibt DER HAUPTSTADTBRIEF den Ernst-Dieter-Lueg-Preis für herausragende journalistische Leistungen. Preisträger 2014 war Günter Bannas, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung FAZ, der lange und gründlich die Parteien, ihre Protagonisten und die Entscheidungen der jeweiligen Regierungen kritisch begleitet hat.

Stefan Aust, der Preisträger 2016, ist ebenfalls seit Jahrzehnten einer der markantesten deutschen Journalisten. Er hat als Publizist, als Fernsehschaffender sowie als Drehbuch- und Sachbuchautor zur Meinungsbildung in Deutschland beigetragen – und wird dies in der ihm eigenen streitbaren Weise hoffentlich noch lange tun.

Sie haben eine Bemerkung zu dem vorstehenden Beitrag? Dann schreiben Sie bitte dem Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.