Ausgabe 110

Autoren der Ausgabe 110

     


Stefan
Aust


Philipp
Bagus


Jochen
Bittner

     


Hans-Magnus
Enzensberger


Brun-Hagen
Hennerkes


Claus
Hulverscheidt

     


Hans
Kremendahl


David
Marsh


Thorsten
Polleit

     


Hans-Peter
Schneider


Holger
Steltzner


Roland
Tichy

     

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Berlin, 6. September 2012. Die Europäische Zentralbank verkündet den unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen der Euro-Krisenländer. Was das zu bedeuten hat, ist jedem Steuerzahler klar: Die Zukunft wird teuer für Deutschland – und damit für jeden einzelnen Bewohner dieses Landes. FAZ-Herausgeber Holger Steltzner beschreibt als Gastautor im neuen HAUPTSTADTBRIEF, wie es zu dieser dramatischen Entscheidung kommen konnte (Seite 16).

DER HAUPTSTADTBRIEF macht seit langem darauf aufmerksam, wie sehr die Eurorettung rechtsstaatlichen und marktwirtschaftlichen Gesetzen und Gepflogenheiten widerspricht. Um es mit den Worten unseres Autors Hans-Magnus Enzensberger zu sagen: Der politischen Enteignung folgt jetzt die ökonomische (Seite 10).

Der neue HAUPTSTADTBRIEF bleibt aber nicht beim Augenblicksthema Eurorettung stehen, sondern denkt einen Schritt weiter: Welches Europa soll denn am Ende dabei herauskommen? Ein von oben nach unten durchregierender Zentralstaat nach Art der Sowjetunion, der weiß, was gut für seine Bürger ist und sie deshalb auch nicht zu fragen braucht? Oder hätten wir Europäer lieber ein Europa nach Art der Schweiz, einen von unten nach oben aufgebauten Föderalstaat, in dem jede Stimme zählt und ein Konzert ergibt, in dem der Wählerwille seinen Ausdruck findet?

Sie ahnen es schon: DER HAUPTSTADTBRIEF gibt eher Autoren den Vorzug, die an die seit fünf Jahrzehnten geübte europäische Einheit von Vielfalt anknüpfen und sie unter den Bedingungen der nicht enden wollenden Staatsschuldenkrise neu denken. Gleich der erste Beitrag von Prof. Hans-Peter Schneider ist so ein Denkanstoß: Was die EU von der Schweiz lernen könnte (Seite 4). Einen weiteren Gedanken bringt Jochen Bittner ins Gespräch: Sollte die EU nicht besser den Reset-Knopf drücken und einen Neustart versuchen? (Seite 12)

David Marsh erläutert, warum es in die Irre führt, den Euro mit Europa gleich zu setzen (Seite 18), und Prof. Philipp Bagus kehrt die Litanei vom Scheitern um: „Scheitert der Euro, gewinnt Europa“ ist die geradlinige Gegenposition zur Großen Koalition der Retter (Seite 22). Prof. Thorsten Polleit ergänzt die Problembeschreibung mit einer Darlegung der Mechanismen der Manipulation, mit denen die EZB die Zinsen der Krisenländer künstlich niedrig halten will (Seite 26). Den Schlusspunkt unseres „Quo vadis, Europa“ setzt Roland Tichy mit einer Analyse der Bürokratie, die zunimmt, wenn der Staat sie abbaut (Seite 32).

DER HAUPTSTADTBRIEF setzt sich natürlich auch wieder mit innenpolitischen Themen auseinander: mit der Steuerpolitik (ab Seite 36), mit dem unauffindbaren Goldschatz der Bundesbank (Seite 45), mit den aktuellen Parteipräferenzen (Seite 50) und der Frage, ob es Bayern als eigenem Staat besser ginge (Seite 52). Berlin- und Kunstthemen runden ab Seite 54 eine Ausgabe ab, von der wir hoffen, dass Sie sie anregend finden werden.

Dr. Rainer Bieling
Redaktionsdirektor

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