Die Ethik der Marktwirtschaft

Eine Konferenz des Ludwig von Mises Instituts stemmt sich gegen zunehmenden Antikapitalismus

Von Rainer Bieling

26.06.2015 – DER HAUPTSTADTBRIEF 130

Das Ansehen der Marktwirtschaft hat schwer gelitten, und jeden Monat, in dem die Tragödie des Euro als Endlostheater fortgespielt wird, leidet es mehr. Das ist fatal, denn der Euro ist ein Experiment von Staats wegen, allen Marktteilnehmern aufgezwungen, ob sie wollen oder nicht. Es ist der Euro, der ein grundlegendes Element der Marktwirtschaft aushebelt, die Wahlfreiheit. In einer Marktwirtschaft mit Währungswettbewerb wäre der Euro beliebtes Zahlungsmittel, wenn sich aus freien Stücken viele für ihn entschieden, weil sie in ihn Vertrauen setzten.

Abschlussfoto (v.l.n.r.): Die vier Referenten Martin Rhonheimer, David Dürr, Hans-Hermann Hoppe, Thorsten Polleit und Andreas Marquart, Vorstand des Ludwig von Mises Instituts Deutschland, aufgenommen am 23. Mai 2015 im Bayerischen Hof, München.

Der Ansehensverlust trifft die Marktwirtschaft in diesem Punkt ganz unverschuldet, antikapitalistische Propaganda nutzt die Gunst der Stunde ungeniert zum Generalangriff auf ein angeblich unethisches Wirtschaftssystem. Da war es eine gute Idee der Organisatoren der Jahreskonferenz 2015 des Ludwig von Mises Instituts Deutschland, „Die Ethik der Freiheit“ zum Thema zu machen und eine Lanze für die Marktwirtschaft zu brechen. Das ist im Sinne des Namensgebers, der zu den großen Geistern der Österreichischen Schule der Ökonomie zählt, deren grundsätzliche Einwände gegen Staatseingriffe allmählich in den Hauptstrom der Wirtschaftswissenschaften einfließen.

„Der Staat ist Feind von Ethik und Freiheit“, stellte Prof. Hans-Hermann Hoppe klar, nicht die Märkte sind es. Der Emeritus der University of Nevada musste nicht erst den totalen Staat bemühen, um zu zeigen, dass potenziell alle Gefahr für Eigentum, Freiheit, Leib und Leben vom Staat ausgeht. „Kapitalismus ist ethisch und freiheitlich“, assistierte Prof. Thorsten Polleit, Honorarprofessor an der Universität Bayreuth und Präsident des deutschen Ludwig von Mises Instituts. Und gegen kirchlichen Antikapitalismus positionierte sich Prof. Martin Rhonheimer von der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom und stellte heraus, wie positiv sich „christliche Ethik der Freiheit und Kapitalismus“ zueinander verhalten. Gut, dass das einmal gesagt ist.

Einen langen Bericht über die Konferenz mit Würdigung des hier unerwähnten Beitrags von Prof. David Dürr finden Sie auf der Website des Mises Instituts Deutschland: www.misesde.org/?p=10129

Sie haben eine Bemerkung zu dem vorstehenden Beitrag? Dann schreiben Sie bitte dem Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.