Was wir brauchen, ist ein German Dream

Damit sich das Ärmel-Hochkrempeln mehr lohnt als die soziale Hängematte

Ein Gespräch über Integration mit Düzen Tekkal

02.06.2017 – DER HAUPTSTADTBRIEF in der Berliner Morgenpost

Düzen Tekkal ist Fernsehjournalistin und Verfasserin des Buchs Deutschland ist bedroht. Warum wir unsere Werte verteidigen müssen. Darin begründet sie, warum Integration Aufgabe der Familien ist, wenn nötig mit Hilfe rechtsstaatlicher Institutionen. Für den HAUPTSTADTBRIEF legt sie im Gespräch ihre Position dar und fordert mehr zivilgesellschaftliches Engagement, wie sie es selbst mit dem von ihr gegründeten Hilfsverein Háwar praktiziert.

DER HAUPTSTADTBRIEF: Eine Frage, die sich in Deutschland aktuell stellt, ist: Wer integriert hier wen? Umso mehr vor dem Hintergrund, dass Deutschland früher selbst ein Auswandererland war. Noch im 19. Jahrhundert sind Hunderttausende ausgewandert und waren dann anderswo Einwanderer, etwa in den USA. Dort hat der Staat nur eines getan: sie hereingelassen – sofern sie ordentliche Papiere hatten. Die Einwanderer mussten sich selbst um Wohnung und Arbeit kümmern und darum, zügig die neue Sprache zu lernen. Warum hat sich das 2017 völlig umgekehrt: Nicht der Migrant integriert sich in die neue Gesellschaft, sondern der Staat integriert den Migranten?

Düzen Tekkal: Wer wen integriert, hängt unmittelbar damit zusammen, wie das Zusammenleben rechtlich organisiert ist. Deutschland hat bis zum Jahr 2004 nicht wahrhaben wollen, ein Einwanderungsland zu sein. Bis dahin hat keine gewollte Integrationspolitik stattgefunden – und das hat zur Bildung von Parallelgesellschaften geführt. Viele Menschen, die sich auf den Weg hierher gemacht haben, merkten, dass sie sich unter den herrschenden Bedingungen auch gar nicht zu integrieren brauchten. Das führt natürlich langfristig zu Problemen.

Wenn die „Hälfte des Himmels“ von einem selbstbestimmten Leben ausgeschlossen ist und die andere Hälfte das für gottbestimmt hält, ist etwas faul im Lande Deutschland, sagt unsere Gesprächspartnern Düzen Tekkal. Deshalb hat sie den Hilfsverein Háwar gegründet, der Mädchen und junge Frauen mit und ohne Migrationshintergrund ermutigt und befähigt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Für die „Scoring Girls“, eine Háwar-Initiative, bedeutet es Freude am Fußball. Mehr unter: www.hawar.help

Wir diskutieren ja dieser Tag viel das Thema Bleiberecht, ebenso wie die Wertefrage. Für mich ist ganz klar, dass das Bleiberecht langfristig an der Wertefrage aufgehängt werden muss, dass wir aus den Fehlern von früher lernen müssen und dass der Rechtsstaat zeigen muss, wo es lang geht. Wir haben Gesetze, und deren Anwendung muss notfalls erzwungen werden. Tun wir das nicht, dann haben wir ein Defizit in der Rechtsanwendung. Es ist allerdings auch zu kurz gegriffen, Integrationsmängel allein den Zugewanderten anzulasten. Die erste Zuwanderergeneration, zu der auch meine Eltern gehörten, wurde nicht gefragt, ob sie Deutsch kann. Sie wurde gefragt: Kannst du zupacken, in den Fabriken und als Reinigungskraft? Dieser Bildungsnotstand, der da entstanden ist, ist bis heute nicht eingeholt.

Man hat damals die Parallelgesellschaft billigend in Kauf genommen. Aus Parallelgesellschaften aber entstehen Gegengesellschaften, die sich irgendwann gegen den Rechtsstaat richten. Wer von Kindesbeinen an erfährt, dass die Regeln der Parallelgesellschaft und der Religion schwerer wiegen als die Demokratie und der deutsche Gesellschaftsvertrag, wird letztere irgendwann als gegnerische Kräfte empfinden. Wir erleben das gerade bei den Erdogan-Anhängern in der dritten Zuwanderer-Generation. Das ist nicht vom Himmel gefallen. Das fängt schon damit an, dass es nahezu unmöglich ist, eine normale Debatte zum Thema Einwanderung zu führen. Sobald Zuwanderung ins Spiel kommt, erwischt man sich bei der Frage: Dürfen wir das sagen? Dürfen wir das ansprechen?

Und diese selbst auferlegten Maulkörbe haben sich institutionalisiert. Eine Folge davon ist – nicht zuletzt in den politischen Parteien –, dass Migranten der Einfachheit halber zu Opfern der Verhältnisse erklärt werden. Das Problem mit Opfern aber ist: Sie weisen jegliche Verantwortung von sich. Gleichzeitig aber würden sie lieber herrschen, als Opfer sein. Da ist einiges zusammengekommen über die Jahre – und nun ist es so weit, dass man das Gefühl haben kann, es gerate aus den Fugen. Als mein Buch Deutschland ist bedroht im März 2016 erschien, wurde mir Populismus unterstellt. Wie kann sie behaupten, wurde ich gefragt, dass unter denen, die die Flüchtlingsroute nutzen, auch IS-Kämpfer sein können? Nun, das gilt so lange als Populismus, bis es sich bewahrheitet.

DER HAUPTSTADTBRIEF: Ist Ihre Grundannahme also die, dass anders als vor 150 Jahren, als Aufnahmestaaten wie die USA die Integration rein als Aufgabe der Einwanderer betrachteten, heute die Integrationsanstrengung doch auch von staatlicher Seite kommen muss?

Düzen Tekkal: In erster Linie schon von den Zugewanderten. Aber dafür braucht es die passenden Voraussetzungen. Der klassische Einwanderertraum, der American Dream war: der Armut entfliehen. Die Ärmel hochkrempeln. Aus dem Nicht etwas schaffen, auch für die folgenden Generationen. Anstrengung mit folgender Belohnung. Eben das hat das deutsche Rechtssystem nicht ermöglicht. Wenn man es zulässt, dass Leute – von der integrationswilligen Zuwandererfamilie bis zum arabischen Großclan – 20 Jahre lang im Duldungsstatus verbleiben, dann kann man nur das Gegenteil von Integration erreichen. Es geht darum, gewisse Voraussetzungen zu erleichtern – es geht aber auch darum, klare Verhältnisse zu schaffen und zu fordern: hü oder hott, ja oder nein. Es geht darum, einzusehen, dass viel falsch gemacht worden ist in Sachen Zuwanderung, dass gewissermaßen von Staats wegen ein Zustand geschaffen wurde, der es Einwanderern schwer machte, sich so einzubringen und zu entfalten, wie es damals vielen in den USA und anderswo gelungen ist.

Was wir brauchen, ist ein German Dream. Dazu gehört, dass sich das Ärmel-Hochkrempeln mehr lohnt als die soziale Hängematte. Im Grunde bin ich aber fest davon überzeugt, dass die Verantwortung zuerst einmal bei denjenigen liegt, die hierher kommen. Dass sie sich anstrengen und dass sie ihre neue Heimat zu schätzen wissen. Mein Vater sagte immer: „Ich habe uns ins Grundgesetz gerettet.“ Das finde ich einen sehr deutlichen Satz. Als politisch-religiös Verfolgter war er diesem Land dankbar, wo ihm zum ersten Mal die Möglichkeit gegeben war, ein sicheres Leben aufzubauen. Und das hat er auch seinen Kindern vermittelt. Er hat sich sehr um die deutsche Staatsbürgerschaft bemüht. Das war damals nicht einfach, auf uns wartete niemand. Schließlich haben wir die Einbürgerungsurkunde bekommen, mein Vater hat sie uns mit Ach und Krach erkämpft. Das war ein besonderer Tag für mich – es war die Bestätigung, dass ich deutsch sein darf.

DER HAUPTSTADTBRIEF: Das Reportagebuch Inside Islam von Constantin Schreiber, in dem er von seinen Besuchen in 13 Moscheen in ganz Deutschland berichtet – und das Sie mit ihm gemeinsam Ende März 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt haben – zeichnet ein ernüchterndes Bild: Mehrfach hörte er dort Aufrufe zur Abschottung von Andersgläubigen und Warnungen vor der Integration in die „wertezersetzende“ Mehrheitsgesellschaft. Haben wir hier eine Bevölkerungsgruppe, die sich gar nicht integrieren will – und deren Sprecher und Vordenker sie auch entsprechend instruieren?

Düzen Tekkal: Ja, das haben wir. Und das ist gefährlich. Es geht so weit, dass Imame dazu aufrufen, uns Deutsche – die „Ungläubigen“, die „Barbaren“ – zu bekämpfen. Und Leute hören sich das an und kommen so weit, sich für Vollstrecker eines göttlichen Auftrags zu halten – und im schlimmsten Falle anfangen zu morden, angestachelt von Hasspredigern. Das zeigt, wie weit unsere Gesellschaft den Überblick und die Kontrolle verloren hat über das, was in den Moscheen vorgeht, sowohl in den arabischen wie in den türkischen. Und letztlich offenbart sich bei dem, was wir dort erleben, die Gretchenfrage: Wie hältst du es mit dem Grundgesetz? Und: Steht die Religion darüber oder nicht?

Ich treffe häufig Jugendliche, die fürchten, sich zu versündigen, wenn sie demokratisch denken. Es gibt da nichts zu beschönigen: Wir leben in verschiedenen Werte-Welten. Arabische Familien, türkische Familien, kurdische Familien haben Werte, und sie halten diese Werte hoch. Die Frage ist nur, gehen diese Werte mit dem deutsche Grundgesetz, insbesondere seinen ersten 19 Artikeln, einher – oder kollidieren sie damit? Denn die sind nicht verhandelbar, sie gelten für jeden. Aber die Realität zeigt uns, dass das nur theoretisch so ist. Und verantwortlich dafür ist die Vermischung von Religion und Politik.

DER HAUPTSTADTBRIEF: Diese Vermischung ist bei den türkischen Moscheegemeinden offensichtlich; denn sie werden, mitten in Deutschland, vom türkischen Staat betrieben, von der Religionsbehörde DITIB, der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion. Wirkt das der Integration entgegen?

Düzen Tekkal: Ja. Ich würde nicht so weit gehen zu sagen, wir müssen die DITIB verbieten. Aber eine weitere Zusammenarbeit mit diesem und ähnlichen Verbänden kann nur gelingen, wenn das, was sie tun, auf dem deutschen Grundgesetz fußt, wenn die Imame Deutsch sprechen und hier in Deutschland ausgebildet sind – und nicht mehr in Abhängigkeit von der Türkei arbeiten. Aber was erleben wir gegenwärtig? Dass genau diese Verbände, die antidemokratisch agieren, weiterhin vom deutschen Staat finanziell unterstützt werden. Dass Moscheen und Schulen hingegen von Saudi-Arabien finanziert werden.

DER HAUPTSTADTBRIEF: Das Grundgesetz gilt für alle. Dort ist von Freiheiten und Rechten die Rede. Werte hingegen hat nur eine jeweilige Gemeinschaft. Es gibt die Werte einer arabischen Gemeinschaft, einer türkischen, einer kurdischen, einer jesidischen, und auch innerhalb der biodeutschen Bevölkerung existieren die unterschiedlichsten Werte- und Glaubensgemeinschaften, mit zum Teil sehr verschiedenen Werten. Warum ist dann immer von Werten die Rede, wo das Verbindende doch nur die Akzeptanz der Rechte und Freiheiten des Grundgesetzes sein kann?

Düzen Tekkal: Ganz genau. Und damit sind wir auch beim Thema Leitkultur, die ja eigentlich nichts anderes meint als einen Kodex, der sich auf die Verfassung gründet. Leider ist der Begriff heute negativ besetzt. Er wird als Ausdruck von Regierungswillen wahrgenommen, als etwas, das von oben nach unten diktiert wird von den Deutschen an die Migranten. Ich bin dankbar, dass mein Buch auch dazu beigetragen hat, dass darüber eine Debatte geführt wird. Denn es ist wichtig, dass alle dazu einen Beitrag leisten, was ihre Leitkultur ist, und das auch gemeinsam ausloten. Denn ob Menschen religiöse Werte hochhalten oder nicht, das ist ihre Sache. Wenn ein Muslim fünfmal am Tag betet, seine Arbeitskollegen aber nicht – wo haben wir da ein Problem? Unser Problem ist die massive Vermischung von Religionsfragen mit der Öffentlichkeit – und damit einhergehend ein Dominanzverhalten, das uns sagen will, wie wir zu leben haben.

DER HAUPTSTADTBRIEF: Geht es um den Islam als politische Religion?

Düzen Tekkal: Genau. Das müssen wir vehement bekämpfen. Im Übrigen aber geht es nicht nur um den Islam. Jede Religion, die zu den besagten Problemen führt, wäre eine Gefahr für die Gesellschaft. Und ich sage als Jesidin: Wenn hier in Deutschland Ehrenmorde stattfinden, die von Jesiden an Jesiden begangen werden, dann sind diese Menschen genauso wenig integriert und nicht angekommen im hiesigen Wertesystem wie der Moslem, der sich auf den Weg zum Islamischen Staat macht. Dessen ungeachtet erlebe ich häufig, dass es heißt: Sie ist Jesidin, deshalb ist sie Islamkritikerin. Das ist einer der zentralen Fehler in unserem System, dass man sich allzu leicht gegenseitig auf die Herkunft reduziert – und dass das Wort Islamkritik mittlerweile als Schimpfwort gilt. Ich bin selbstkritisch, ich bin gesellschaftskritisch, und in eben dieser Weise übe ich auch Islamkritik. Dabei geht es nicht um Kritik der Kritik willen und um düstere Zustandsbeschreibungen, man muss da schon ein bisschen mehr leisten.

DER HAUPTSTADTBRIEF: Ein Teil dieses Mehr in Ihrem Fall ist Ihr Hilfsverein Háwar?

Düzen Tekkal: Ja. Wir befassen uns mit mehreren Projekten. Besonders am Herzen liegen mir die „School Talks“, bei denen wir in Schulen gehen zum Thema Rassismus in Zuwandererfamilien, zum Thema Antisemitismus, zum Thema Radikalisierung. Und ich bin bisher auf keinen Jugendlichen getroffen, der daran nicht interessiert war. Im Gegenteil, wir stellen einen großen Wissensdurst fest, der unter einem freiheitlichen demokratischen Grundgedanken befriedigt werden muss, damit er nicht gestillt wird von den Hasspredigern oder Rechtspopulisten. Diese Debattierclubs, die Macht dieser Begegnungen halte ich für ganz entscheidend.

DER HAUPTSTADTBRIEF: Das knüpft an unser Eingangsthema an, an die Selbstverantwortung früherer Migrantengenerationen. Der Einwanderer in New York war dort ja nicht ganz auf sich allein gestellt, er fand eine deutsche Community vor. Es gab Netzwerke und bürgerschaftliches Engagement. Man erwartete nicht vom Staat, das er etwas macht – man tat es selbst. Sieht sich Ihr Verein in dieser Tradition?

Düzen Tekkal: Genau. Für mich ist das selbstverständlich. Und wissen Sie, was ich schlimm finde? Dass uns Steine in den Weg gelegt werden. Wo wir Engagement üben, wo wir etwas zurückgeben wollen, müsste ein Staat in der Lage sein, das auch zu honorieren und diese Arbeit möglich zu machen. Aber die Realität ist, dass ich Mitarbeiter habe, die umsonst arbeiten, und ich frage mich, wie lange die das noch machen. Das heißt, zivilgesellschaftliches Engagement muss sich auch lohnen für die Menschen, die es leisten, sie müssen auch weiterhin ihr Leben finanzieren können.

Dieses Engagement fußt bei mir auch auf meiner Familie. Ich habe zehn Geschwister. Unser Projekt „Scoring Girls“ ist von einer meiner Schwestern angeschoben worden, sie ist Profifußballerin. Und sie hat gesagt: „Wir holen junge Flüchtlingsmädchen aus den Unterkünften, aber natürlich auch die deutschen benachteiligten Kinder.“ Bei uns war es immer selbstverständlich, dass jeder sich mit dem einbringt, was ihn auszeichnet – ebenso wie der Respekt vor jedem, der mitspielt, ob das Muslime oder Christen sind. Es geht uns also nicht nur um Flüchtlingsmädchen – das entspräche nicht unserem Ansatz und unserem Integrationsverständnis.

Ich habe diesen Verein gegründet, weil mir parteipolitisch alles zu langsam ging. Und da haben wir dann quasi eine Institution neben den Institutionen ins Leben gerufen, wo wir unsere Form von Werteverständnis und Sozialisation sinnstiftend einsetzen. Wir haben auch Stipendienprogramme gemeinsam mit der Hanns-Seidel-Stiftung. Darüber haben wir beispielsweise 15 jungen Frauen mit Zuwanderungsgeschichte ein Stipendium ermöglicht. Die hätten sich niemals bei der Hanns-Seidel-Stiftung beworben – bei uns aber haben sie es versucht. Bei uns ist die Schwelle niedriger, weil wir zeigen: Wir haben es auch geschafft, und du bist nicht so inkompetent, wie du denkst. Es gibt uns noch nicht lange, erst anderthalb Jahre, aber gemessen daran haben wir wirklich einiges auf die Beine gestellt.

Ich denke, wir leben in einer Zeit, in der wir Position beziehen müssen. Und eine Verantwortung tragen nicht nur für uns selbst, sondern auch für anderen Menschen, für Menschen, die vielleicht nicht so stark sind wie wir. Das ist für mich völlig unabhängig davon, ob sie einen Migrationshintergrund haben oder nicht. Bei der Arbeit, die ich tue, frage ich mich ständig: Was wäre, wenn? Was wäre, wenn ich nur noch ein Jahr zu leben hätte? Das klingt etwas pathetisch, aber diese Frage sollte man sich stellen, weil man dann in der Regel die richtigen Entscheidungen trifft und entsprechend handelt. Es geht darum, in welcher Gesellschaft wir künftig leben wollen. Wir müssen den Kampf gegen die Hassprediger tagtäglich aufs Neue aufnehmen.

DER HAUPTSTADTBRIEF: Wie ist Ihrer Meinung nach mit jenen umzugehen, die auf die Hassprediger hören, die sich nicht integrieren lassen wollen?

Düzen Tekkal: Das Bleiberecht sollte von der Wertefrage abhängig gemacht werden. Wer sich nicht integrieren will, missachtet unsere Gesellschaft. Es geht darum, dass das Respektieren der Grundwerte nicht nur vorausgesetzt, sondern auch regelmäßig abgefragt werden muss. Zivilgesellschaftliches Engagement alleine reicht da nicht. Der Rechtsstaat muss zeigen, dass er wehrhaft sein kann und dass es sich nicht auszahlt, die Werte von Freiheit, Gleichheit und Demokratie mit Füßen zu treten. Gegenwärtig aber ist es so, dass man sich mit einer demokratiefeindlichen Haltung regelrecht brüsten kann, es gibt ja so etwas wie eine Popkultur des Islamischen Staates. Und wie gefährlich das ist, wissen wir eigentlich alle.

Besser wäre es selbstverständlich, man könnte weiterhin sagen: Bleiben soll jeder, der bleiben will. Aber dazu gehört eben ein Mindestmaß an Grundregeln, und auf die müssen wir uns einigen. Verstöße dagegen müssen sanktioniert werden – nicht zuletzt auch deshalb, weil es genug Menschen gibt, die einen frei gewordenen Platz gerne einnehmen würden. Deshalb sage ich: Wir brauchen ein Integrationsministerium, das auch eine entsprechende Ankommenskultur vermittelt.

Das Gespräch mit Düzen Tekkal führte für den HAUPTSTADTBRIEF dessen Redaktionsdirektor Dr. Rainer Bieling (RB). Sie finden Sie es auch online auf unserer Website: www.derhauptstadtbrief.de

Das Buch Deutschland ist bedroht. Warum wir unsere Werte verteidigen müssen von Düzen Tekkal ist 2016 im Piper Verlag erschienen. Als Paperback 16,99 Euro, als E-Book
12,99 Euro. www.piper.de

Das im Gespräch erwähnte Buch von Constantin Schreiber Inside Islam. Was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird erschien im März 2017 im Ullstein Verlag. Als Hardcover 18 Euro, als E-Book 14,99 Euro. www.ullsteinbuchverlage.de

Alles Wissenswerte über den von Düzen Tekkal gegründeten Hilfsverein Háwar e.V. finden Sie unter: www.hawar.help

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