Wetterleuchten

Editorial des Verlegers

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Wetterleuchten

Editorial des Verlegers

Liebe Leserinnen und Leser,

in dieser Ausgabe des Hauptstadtbriefs porträtiert Moritz Küpper den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten. Hendrik Wüst hat das Amt seit gut eineinhalb Jahren inne. Diese Zeitspanne entspricht etwa der eines recht berühmten US-Politikers, dessen Wahl vom Landtagsabgeordneten in den Senat 2004 als großer Sprung betrachtet wurde, der sich aber auch bereits nach kaum 18 Monaten anschickte, nach Höherem zu streben. Ein kunstvoll gestaltetes und längst ikonisch gewordenes Wahlplakat spielte dann eine nicht unerhebliche Rolle auf dem Weg Barack Obamas ins Weiße Haus. Küpper, der für das Deutschlandradio arbeitet und als Special Correspondent des HSB aus Düsseldorf berichtet, ist auch Autor (zusammen mit Tobias Blasius) einer Wüst-Biographie, die im Herbst im Klartext-Verlag erscheint. Küppers Portrait, eine präzise persönliche und politische Charakterstudie in nuce, ist Pflichtlektüre nicht nur für Friedrich Merz und Markus Söder, sondern alle, die wissen wollen, in welche Richtung sich die Union bewegt.

Günter Bannas schreibt in seiner Kolumne Aus dem Bannaskreis am Beispiel Gerhard Schröders und dessen Politik gegenüber Putins Russland, wie Deutungskämpfe und Geschichtsschreibung sich in diesen Tagen vor unseren Augen entwickelt.

Anne Wizorek sendet ihre Direktnachricht über die gescheiterte Volksabstimmung zur Klimaneutralität in Berlin an die Träumerinnen und Praktiker, die trotz der Verdrängungskünste und Polemiken nicht einfach schulterzuckend mit der Zerstörung der Lebensgrundlagen wie bisher weitermachen wollen.

Im Postskriptum fragt Lutz Lichtenberger nach den Macht- und Entscheidungsdynamiken der Ampelkoalition – oder: Was geht noch in Deutschland?

Mit herzlichen Grüßen verbleibe ich bis zur nächsten Woche

Ihr Detlef Prinz

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