Woche 19

Der Hauptstadtbrief am Samstag

15
05
© ZUMAPRESS.COM | AHMED ZAKOT
Die blutige Konfrontation erinnert an frühere Runden, aber dennoch ist diesmal einiges anders. So massiv war Tel Aviv, das in der Vergangenheit immer als eine Art rote Linie galt, die es für den Gegner besser nicht zu überschreiten galt, noch nie beschossen worden.

Normalerweise verstummt die Politik in Israel während solcher Waffengänge. Diesmal aber gibt es schon jetzt Fragen über Fragen.

Gisela Dachs
Woche 18

Der Hauptstadtbrief am Sonntag

09
05
© IMAGO/JÜRGEN RITTER
Die Kluft im geschichtlichen Selbstverständnis zwischen Deutschland und Russland ist eklatant. Unter den befragten Deutschen geben nur 7 Prozent an, dass die Sowjetunion den größten Beitrag zum Sieg geleistet habe – ein knappes Drittel ist der Ansicht, dass es die Sowjetunion gemeinsam mit westlichen Alliierten gewesen sei, weitere 44 Prozent nennen ausschließlich die Westalliierten.

Am 27. Januar 1945 erreichten Soldaten der Roten Armee das Konzentrationslager Auschwitz – die Befreiung des größten nationalsozialistischen Konzentrationslagers ist in der russischen Weltkriegserinnerung wichtig. Nach den Urhebern der Auschwitz-Befreiung gefragt, kann in Deutschland nur knapp die Hälfte der Befragten die richtige Antwort geben, wobei etwa ein Viertel die Befreiung den US-Truppen zuspricht.

Félix Krawatzek
Woche 18

Der Hauptstadtbrief am Samstag

08
05
© WDR
Stefan Heym traute mir einen guten Draht zu Sowjetführer Breschnew zu. Ich musste bekennen, über einen solchen Draht nicht zu verfügen. Mein Gegenüber zeigte sich leicht enttäuscht.

Hatte Heym schon einen Gorbatschow vor Augen? Sicher nicht! Selbst die kühnsten Kreml-Astrologen hatten nicht die leiseste Vorstellung, dass bereits in wenigen Jahren ein Erlösertyp vom Format Gorbatschow die Verhältnisse in der Welt völlig verändern würde.

Fritz Pleitgen
Woche 17

Der Hauptstadtbrief am Sonntag

02
05
© PICTURE-ALLIANCE / DPA | WOLFGANG WEIHS
An Analysen über die Ursachen für den Bedeutungsverlust der Sozialdemokratie fehlt es schon seit Jahren ebenso wenig wie an Aufbruchsappellen der jeweiligen Bundes- und Landesvorsitzenden, mit welchen Maßnahmen und vor allem Schlagwörtern das strukturelle Dauertief überwunden werden könnte.

Ob es der SPD vor diesem Hintergrund gelingen kann, angesichts einer medial geschürten grünen Aufbruchsstimmung in einem scheinbar amtsbonusbefreiten Wahlkampf wie erhofft mit dem Pfund der Regierungs- und Krisenerfahrung zu punkten, ist noch offen. Für eine Partei, die auch unter besseren Bedingungen zu zerstörerischen Selbstzweifeln neigt, ist das eine besorgniserregende Ausgangsbasis.

Ursula Münch
Woche 17

Der Hauptstadtbrief am Samstag

01
05
© PICTURE ALLIANCE/DPA/TASS | RUSSIAN MINISTRY OF FOREIGN AFFAIRS
Die europäische Doppelstrategie aus Sanktionen und Dialog ist gescheitert. Die Strafmaßnahmen führten nur dazu, dass man künftig nicht mehr mit der EU reden werde, hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow schon im Februar gewarnt. Er ließ Borrell bei einer Pressekonferenz in Moskau auflaufen – seitdem herrscht Funkstille.

Deutschland, so sehen es viele in Brüssel, ist der „Elefant im Raum“, der mit seiner russlandfreundlichen Politik harte Maßnahmen gegen Putin verhindert. Die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 ist längst zum Symbol für diese vermeintlich antieuropäische Politik geworden. Selbst der Chef der größten Parlamentsfraktion, Manfred Weber, zielt immer öfter auf das umstrittene Projekt.

Eric Bonse